1903

1903

Am 3. Dezember hält Günther Wagner auf dem Monte Verità einen Vortrag über Theosophie. In ihrer Chronik Monte Verità. Wahrheit ohne Dichtung (Lorch 1906) schreibt Ida Hofmann:

Am 3. Dezember hält Günther Wagner, der Vorstand der theosophischen Loge in Lugano auf unserer Wiese einen kurzen Vortrag über die Lehre der Theosophie; er wird von Professor Kürschner in gehässigster Weise angegriffen, doch gefasst und Achtung gebietend bleibt die Haltung des altersgrauen Redners, dessen abgeklärte Ueberzeugung gleichsam einen beglückenden Schimmer auf seine Erscheinung wirft. (S. 48 f.)

Ein Mitarbeiter der "M. N. N" erzählt, Neues Wiener Journal, 25. April 1903.
Bevorstehende Eröffnung des Sanatoriums und Henri Oedenkovens Zukunftsvisionen.

[Wagner and the Return to Nature
San Francisco Call, Juni 1903.

Will Found Ideal Colony
San Francisco Call, Juni 1903.

Naturmenschen
Intelligenzblatt und Berner Stadtblatt, Juni 1903.

Bij Naturmensen
Bataviaasch Nieuwsblad und Soerabaijasch Handelsblad, September 1903

Günther Wagner

Günther Wagner kam am 6. März 1842 in Hamburg zur Welt. Er besuchte in Hamburg die Realschule und das Gymnasium und studierte danach Chemie am Polytechnikum in Hannover und an der Universität Göttingen. Ende 1863 trat er als Chemiker und Werkführer in die vom Chemiker Carl Hornemann gegründete Farben- und Tintenfabrik in Hannover ein. 1871 übernahm er die Firma.

1877 wurde im Österreichischen Eger eine Zweigfabrik errichtet, 1880 wurde diese nach Wien verlegt. 1878 meldete er aus seinem Familienwappen den Pelikan als eines der ersten Warenzeichen in Deutschland an. Im Frühjahr 1894 trat er vom Geschäft zurück und übergab dieses seinem Schwiegersohn Fritz Beindorff.

1895 wurde Wagner Mitglied der Theosophischen Gesellschaft. Seit 1900 bereitete er zusammen mit Ludwig Deinhard die Gründung einer deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft vor. Mit dem mit ihm verwandten Wilhelm Hübbe-Schleiden war er Mitbegründer der Loge Hannover. Zudem übersetzte er seit 1902 verschiedene theosophische Werke.

Wagner war auch Leiter der 1902 gegründeten theosophischen Loge in Lugano (nach 1913 ging sie mit ihren 7 bis 12 deutschsprachigen Mitgliedern in die Anthroposophische Gesellschaft über).

Nach dem Tod seiner Frau 1905 zog er nach Berlin um und übernahm 1906 die Betreuung der Theosophischen Leihbibliothek.

Seit 1919 wohnte er in Frauenalb, wo er von Paula Hübbe-Schleiden umsorgt wurde. Wagner starb am 12. Oktober 1930 in Frauenalb bei Karlsruhe.

Übersetzungen: Annie Besant: Der Mensch und seine Körper. Eine theosophische Studie. Leipzig, 1906 (zweite vermehrte Auflage). - Annie Besant: Eine Studie über das Bewusstsein. Ein Beitrag zur Psychologie. Autorisierte Übersetzung von Günther Wagner. Leipzig 1906. - Annie Besant: Die vier großen Religionen. Vier Vorträge, vor der einundzwanzigsten Jahresversammlung der Theosophischen Gesellschaft zu Adyar bei Madras. Autorisierte Übersetzung von Günther Wagner. Leipzig o.J. (Außentitel: Berlin: Schwetschke 1904). - C. W. Leadbeater: Die Astral-Ebene. Leipzig 1903. - Annie Besant: Die Entwicklung des Lebens und der Form. Vier Vorträge, gehalten bei der 23sten Jahresversammlung der theosophischen Gesellschaft zu Adyar bei Madras in Indien 1898. Uebersetzt von Günther Wagner. Berlin 1902.

Literatur

  • Thomas von Aquin und Abt Sinibald von Monte Cassino. Eine bisher unveröffentlichte Ansprache Rudolf Steiners zum 70. Geburtstag von Günther Wagner am 6. März 1912. In: Der Europäer, 11. Jahrg. 2007, Nr. 5, S. 3 ff.
  • Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Hugo Thielen, Waldemar R. Röhrbein: Hannoversches biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Hannover 2002. Zu Günther Wagner S. 373.
  • Konstanze Brefin Alt: Herbsttreffen der Zweig-Delegierten und -Vorstände. In: Mitteilungen aus dem anthroposophischen Leben in der Schweiz/Nouvelles de la vie anthroposophique en Suisse/Notiziatio della vita antroposofica in Svizzera, Nr. XII, Dezember 2006, S. 3-5. Online: Herbsttreffen der Zweig-Delegierten und -Vorstände.
  • Alfred Podlech, "Günther Wagner (Pelikan-Werke)", in: Der Ansporn, 1931, S. 1313-1316.

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