Anzeige Vegetarische Warte

Anzeige in der Vegetarischen Warte, 1907.

Anzeige in der Vegetarischen Warte, 1907.

Wie Henri Oedenkoven legt auch Victor Straskraba Wert auf die Feststellung, dass die Vegetarier in und um Ascona nichts mit dem Monte Verità zu tun hätten. Er betont: „Nicht mit der Vegetarier-Kolonie zu verwechseln oder sonst in Verbindung zu bringen ist das den Gipfel des Hügels einnehmende Sanatorium ‚Monte verita‘ für physikalisch-diätetische Heilweise, mit Wasser-, Licht-, Luft- und Sonnenbädern, bei vegetarischer Ernährungsweise.“ Allerdings macht Straskraba als Vertereter der Vegetarier-Kolonie die Unterscheidung unter umgekehrten Vorzeichen als Oedenkoven.

Möglicherweise steht Straskraba hinter dem Inserat, mit dem 1907 in der Vegetarischen Warte für eine „Vegetarier-Kolonie Ascona“ geworben wurde.1 Als Kontakt wird in diesem lediglich ein „Auskunfts-Bureau Ascona – Schweiz, Vegetarier-Kolonie“ genannt. Weitere Informationen enthält die Anzeige nicht, ausser der, dass Anfragen nur gegen Einsendung einer Gebühr beantwortet würden.

Oedenkoven konnterte einige Nummern später in der Vegetarischen Warte prompt mit einer Anzeige, die in grossen Lettern dazu auffordert: „Man verlange Prospekte und Atteste von der Direktion gratis und franko.“2 Der Monte Verità wird darin deutlich als „die Perle des Lago Maggiore über Ascona“ situiert, wobei auch der Hinweis nicht fehlen darf: „Keine Kolonie.“

  1. Vegetarische Warte, 40. Jahrg., 21. August 1907, Nr. 17., S. 211. []
  2. Vegetarische Warte, 40. Jahrg., 2. Oktober 1907, Nr. 20. []