Der Naturmensch Gräser vor Gericht

Vor denm Schöffengericht Leipzig hatte sich einem Privat-Telegramm zufolge gestern der Naturrmensch ugd Wanderredner Gusto Gräser wegen groben Unfugs und Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu verantworten. Gräser hatte am 22. Juni in Leipzig Flugblätter verteilt, und durch seine Kleidung Aufsehen erregt. Auf die Aufforderung eines Schutzmanns, weiterzugehen, achtete er nicht und setzte seiner Verhaftung energischen Widerstand entgegen. Das Publikum nahm für Gräser Partei, so daß ein Schutzmann blank ziehen mußte. Das Gericht sprach den Angeklagten von der Anklage des groben Unfugs frei, verurteilte ihn aber wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 20 Mark Geldstrafe oder vier Tagen Gefängnis, die als verbüßt angesehen wurden.

Berliner Tageblatt, 41. Jahrg., 28. Juni 1912, Nr. 326. Online: Der Naturmensch Gräser vor Gericht.

Der Naturmensch Gräser vor Gericht